101 miles of sexual healing

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MOSH MEDITATION #1 – eine Körpermeditation für mehr Embodiment

Die MOSH MEDITATIONS stehen unter der Überschrift „Sexuelle Selbstheilung“ – den eigenen Weg so unabhängig wie möglich gehen.

Ich habe eine Reihe von Körper-Meditationen für Frauen entwickelt, die keinen Zugang zu Seminaren und Methoden haben oder die ganz einfach nicht von den Methoden in ihrem Umfeld abhängig sein wollen. Die MOSH MEDITATIONS nutzen Berührung, Atmung, Spüren und Entspannung, um typische Aspekte von sexuellen Ängsten und Mustern zu ver-lernen. Nach und nach kann sich dein sexuelles Erleben dadurch von deiner Vergangenheit lösen und immer präsenter, lebendiger… einfach immer schöner werden.

Viel Spaß beim Entdecken!

MOSH MEDITATION #1

Schwerpunkt:
Dissoziation ver-lernen – den Körper von innen heraus spüren

Du brauchst:
einen warmen Raum, in dem du dich wohl und sicher fühlst
21 Minuten ungestörte Zeit
weiche, leichte Kleidung (oder keine Kleidung)

Optional:
ruhige Musik, z.B. Gong-Klänge im Hintergrund

 

VORSPIEL:

Leg dich bequem auf den Rücken und winkel die Beine an.

(Deine Fußsohlen berühren dadurch den Boden oder liegen aneinander, wenn du die Knie auseinanderfallen lässt. Beide Versionen sind möglich. Wenn du die Beine ausstrecken willst, dann leg eine zusammengerollte Decke unter die Knie, so dass deine Hüftgelenke und der untere Rücken Raum für Bewegung haben.)

Leg ein kleines weiches Kissen unter deinen Nacken. Der Nacken sollte dadurch ganz zart mit einem Stoff o.ä. in Berührung sein, ohne jeden Druck.

Atme durch den Mund. Behalte diese Mundatmung die gesamte Meditation hindurch bei und entspanne deinen Kiefer und deine Kehle dabei, so sehr du kannst. Die Luft strömt voll und ohne Pausen in deine Lungen hinein und aus ihnen wieder hinaus.

(Der Kieferbereich und die Kehle sind starke Reflexzonen für den Beckenraum. Wenn du die Kehle öffnest, entspannt sich deine Vagina automatisch ein bisschen mit. Frei durch den Mund zu atmen mag ungewohnt sein, ist aber ein großartiges Geschenk an deinen Körper!)

 

MILE I
(2 Minuten)

Schließ die Augen und beginne, mit beiden Händen kräftig deine Kopfhaut zu massieren und zu kraulen.

(Dies ist der Action-Teil. Kopfhäute sind robust. Bitte hier noch keine meditative Stimmung zelebrieren, eher herzhaft Gas geben: die Haarwurzeln und Kopfhaut kräftig kraulen, dehnen, verschieben, ziehen… und dabei tief atmen und gähnen. Lass deinen ganzen Körper zappeln, wenn er mag. – In unserer armen Kopfhaut sitzt der tägliche Stress, ständig zu denken, viel „im Kopf statt im Körper zu sein“ und wenig Bewegung zu haben. Durch eine kraftvolle Massage können sich diese Spannungen wieder lösen, so dass körperliche Angelegenheiten – ich denke da z.B. an Sex – danach direkt vom Körper aus erlebt werden. Also trau dich, deine inneren Stimmen und Kritiker hier mit Nachdruck aus deinen Poren zu kraulen. Hab Spaß, du darfst fauchen wie eine Tigerin und gerne spektakulär und gefährlich werden.)

 

MILE II
(2 Minuten)

Leg deine Handflächen weich auf deine Augen. Lass die Dunkelheit durch deine geschlossenen Lider in deine Augen und dein Gehirn sinken, bis dein „Blick“ ruhiger wird und in deinem Körper nach innen und unten sinken kann.

(Unsere gewohnte Blickrichtung ist verkrampft nach oben und außen gerichtet. Wenn du deine Augen also einfach so weit wie möglich entspannst, ergibt sich die Richtung nach innen und unten von selbst.)

 

MILE III
(2 Minuten)

Lass deine Augen geschlossen und leg deine Handflächen auf die Ohren. Die äußere Welt wird leiser und tritt in den Hintergrund – deine Gehörgänge entspannen sich, werden weicher und wärmer und dein Lauschen gilt für die nächsten Minuten dir selbst – inneren Räumen deines Körpers und deiner Empfindungen.

 

MILE IV
(2 Minuten)

Streiche langsam und mehrere Male von den Brüsten zur Yoni*. Wechsele die rechte und linke Hand dabei ab.

(Du brauchst kaum Druck – eher ist es eine energetische Technik, um deiner Lebensenergie und Aufmerksamkeit bei dem Weg in dein Becken zu helfen.)

 

MILE V
(9 Minuten)

Leg deine rechte Handfläche auf dein Charmebein*, so dass deine Finger entspannt und weich über der Klitoris und den inneren und äußeren Charmelippen* liegen.

(Dein rechter Arm sollte dabei so entspannt wie möglich liegen – du kannst ein Kissen rechts neben dich legen, so dass der Ellenbogen aufliegt, statt sich in der Luft halten zu müssen.)

Leg die linke Hand unter deinen Nacken, so dass sie jetzt zwischen dem Kissen und dem Nacken liegt und sich bequem auf dem Kissen entspannen kann. Gleichzeitig bildet die Hand eine weiche „Schale“ für den Schädelansatz – wo Nacken und Hinterkopf ineinander übergehen.

(Vielleicht fühlt sich dein linker Ellenbogen jetzt ebenfalls auf einem Kissen wohler, das du neben deinen Kopf legst.)

Du berührst nun gleichzeitig deine Yoni und deinen Nacken (zwei prominente Bereiche, wenn es um Dissoziation und Heilung geht!). Bitte wende an beiden Stellen die sog. „Raumgebende Berührung“ an.

(„Raumgebende Berührung“ ist das Gegenteil davon, den Körper unter einer Berührung zu erdrücken. Raumgebende Berührung fordert nicht, sondern lädt die Haut ein, sich in den Raum hinein weiter auszudehnen, indem sie unmerklich fein vom Körper weg strebt, statt ihn mit Absichten und Erwartungen zu „penetrieren“. – An dieser Stelle genügt, wenn du dir vorstellst, dass deine linke Hand tiefer in das Kissen sinkt – und dass dein Nacken ganz weich hinterhertropft. Dass die rechte Hand deiner Yoni Schutz und Geborgenheit vermittelt und ihr anbietet, sich zu entspannen und auszudehnen.)

Noch einmal alle bisherigen Punkte ermutigen: Kiefer fallenlassen, Kehle einen Hauch weiter noch öffnen, Atem atmen lassen, deine Augen fließend weich nach innen „auflösen“, Ohren lauschend nach innen wenden…

Das ist der Haupt-Teil vom Ganzen: diese 9 Minuten lang so aufmerksam und interessiert und unerwandt wie nur möglich den Körper spüren.

Wo im Körper spürst du etwas? Ist es irgendwo wärmer und angenehmer als woanders?
Wie fühlt sich deine Yoni jetzt an? Gibt es Bereiche in ihr, die du mehr oder anders wahrnimmst als andere Bereiche? Welche Empfindungen sind bekannt – und welche sind neu?
Wie verändern sich die einzelnen Empfindungen, wenn du dranbleibst, sie zu spüren?
Gibt es Bilder oder Vergleiche, durch die du diese Empfindungen beschreiben und vertiefen kannst?

Es ist nicht schlimm, wenn du das, was du spürst, nicht in Worte fassen kannst, weil es so „banal“ oder „normal“ oder „taub“ oder „langweilig“ ist. Wichtig ist hier nur, dass du dranbleibst: Spüren. Deine Gedanken andern davon… du atmest dich weich zurück zum Spüren. Deine Langeweile fängt an zu lauern… du spürst dich zurück zu den Empfindungen, die sich unter deinen Händen bewegen und verändern.

(Und jetzt? Möglichst lange möglichst wenig tun. Spüren, dass dein Nacken und deine Yoni Berührung spüren und gleichzeitig Raum bekommen. Mehr Raum geben. Weiteratmen und cool bleiben.)

 

MILE VI
(2 Minuten)

Ultralangsam die Augen öffnen – schließen – öffnen – wieder schließen… Die Augenmuskeln bleiben dabei so weich und „innerlich“ wie nur möglich.

(Diese Phase dient der Integration: Du übst, deinen Körper weich und von innen her zu bewohnen, während du „mit offenen Augen in die Welt schaust“. Daher wirklich mikroskopisch langsam und sachte wie ein junger Schmetterling in den Bewegungen der Augenlider.)

 

MILE VII
(2 Minuten)

After-Glow: Stell dir zuerst nur vor, wie du deine Hände von der Yoni und vom Nacken löst. Nachdem du dir das vorgestellt hast, löst du deine Hände langsam und tatsächlich von der Berührung und legst sie einen Moment lang noch neben den Körper. Öffne deine Augen und schau dich um. Dein Körper weiß nun am besten, wie er diese Erfahrung in sein Leben integrieren möchte. Gib ihm nach, indem du tust, was du tun möchtest.

(Indem wir uns zuerst nur vorstellen, eine Berührung zu beenden, bevor wir tatsächlich die Hand wegnehmen, kommt das Ende einer Berührung weniger abrupt. Die Energie löst sich schon durch die Vorstellung ein wenig aus der Verbindung und das tatsächliche Ende der Berührung ist dann ein weicher und einfacher Übergang.)

Wie fühlen sich deine Yoni und dein ganzer Körper jetzt an? Gibt es irgendwelche Empfindungen, die du noch nicht kennst?
Haben sich dein Level an Spannung, deine Stimmung und dein „Blick auf die Welt“ verändert?
Gibt es einen Aspekt daran, der dein aktuelles Erleben von Sexualität berührt oder beeinflusst? Gibt es etwas daran, das du dir auch für „richtigen Sex“ wünschst? Und wenn ja – was?

(Dies sind keine suggestiven Fragen. Ich frage, weil ich neugierig bin, und nicht, weil ich etwas Bestimmtes als Antwort möchte. Spür den Fragen nach, ohne im vorhinein zu „channeln“, was jetzt das „richtige“ Ergebnis dieser MOSH MEDITATION wäre. Sei neugierig und unbefangen, während du diese Fragen in deinen Körper sinken lässt. Lass deinen Körper antworten, wie er möchte.)

Yeah! Danke, dass du dir die Zeit für dich genommen hast: Ein Sieben-Meilen-Schritt liegt hinter dir!!

Mehr davon? Dann könnte dir mein Seminar „MOSH-Meditation“ gefallen – ein ganzes Wochenende unter Frauen zum Fühlen, Spüren, Berühren und Lieben-Lernen:-)

***

Yoni* – „Bitte wohin soll ich meine rechte Hand legen?“ – „Na, auf deine Yoni…“ Ich verwende den tantrischen Begriff „Yoni“ für das weibliche Genital, weil es der einzige liebevoll definierte Begriff ist, der alle Organe und Gewebe der weiblichen Genitalien zugleich meint.

Charmebein* und Charmelippen* – Ich bin mir der üblichen Schreibweise bewusst, bezweifele aber, dass diese einer sexuell glücklichen Welt zuträglich sind.

DISCLAIMER: Die MOSH MEDITATIONS sind keine Therapie und ersetzen eine solche auch nicht. Obwohl ich meine Angaben sorgfältig prüfe, ist jede Haftung meinerseits ausgeschlossen. Du wendest die hier beschriebenen Techniken in voller Selbstverantwortung an. Natürlich kannst du eine Ärztin oder Therapeutin fragen, ob die MOSH MEDITATIONS für dich geeignet sind.

Bildnachweis: mit herzlichem Dank an Pixabay.com

©Ilan Stephani
www.kalis-kuss.de
www.101milesofsexualhealing.com

 

Autor: Ilan Stephani

Körperforscherin und Autorin

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